Im Rahmen der politischen Gespräche zum Jahresbeginn trafen sich die beiden Vorsitzenden der Saarländischen Armutskonferenz (SAK), Christoph Jacob und Michael Leinenbach, Ende Februar 2026 in Saarbrücken mit dem Landesvorsitzenden der Partei „Die Linke“, Florian Spaniol, sowie dem stellvertretenden Landesvorsitzenden Dennis Kundrus.

Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Soziale Lage der Menschen im Saarland. Die statistischen Daten zeigen, dass Armut auch hier weiter zunimmt – eine Entwicklung, die die SAK als Interessenvertretung von Menschen mit Armutserfahrung mit großer Sorge betrachtet. Ein zentrales Anliegen der SAK, das tief in ihrer Identität verankert ist, bleibt die Stärkung von Teilhabe und selbstbestimmtem Leben.
Die Frage „Wo benötigen wir Fürsorge – wo Teilhabe?“ zog sich wie ein roter Faden durch alle Themen des Gesprächs. Ob Wohnungsnot, Energiearmut, die neue Grundsicherung, der öffentliche Personennahverkehr oder die grundlegende Frage, wem der öffentliche Raum gehört – stets stand die Bedeutung von Teilhabe und Selbstbestimmung im Raum. Welche Orte stehen den Menschen zur Verfügung? Wer gestaltet die Lebensräume für alle?
Auch bei Maßnahmen der Fürsorge, wie der neuen Grundsicherung, stellen sich diese Fragen. Die politische Debatte darüber wurde geführt, obwohl lediglich 0,6 Prozent der Leistungsberechtigten zu den sogenannten „Verweigerern“ zählen.
Einigkeit bestand darin, dass demokratische Strukturen gefährdet sind, wenn Narrative genutzt werden, um den Sozialstaat abzubauen. Teilhabe, Selbstbestimmung und eine verlässliche Sozialpolitik sind grundlegende Elemente einer lebendigen Demokratie. Bevormundung und spaltende Erzählungen hingegen wirken dem entgegen.
Beide Seiten vereinbarten, den begonnenen Dialog fortzuführen und den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen.
Autor: Michael Leinenbach