Im Rahmen der politischen Gespräche zum Jahresbeginn traf sich die SAK mit der FDP Stadtratsfraktion. Die sozialpolitische Sprecherin Verena Blacha hatte in die Fraktionsräume eingeladen. Seitens der SAK nahmen Gaby Böhme, Christoph Jacob, Christine Steimer sowie Michael Leinenbach Anfang März 2026 teil.

Verena Blacha stellte fest, dass es der erste Austausch seit dem Jahr 2021 zwischen der FDP Stadtratsfraktion und der SAK war. Umso intensiver mussten die Haltungen besprochen sowie Schnittmengen und Trennlinien herausgefunden werden.
Einig waren sich die Diskutierenden, dass die Versäulung (Spezialisierung der Dienste) in der Fürsorge oft dem Zugang der Menschen in die sozialen Systeme im Weg stehen, da Menschen mit Armutserfahrung, Erfahrungen mit Wohnungslosigkeit oder fehlender Gesundheitsversorgung oftmals mehrere Problemlagen mit sich tragen und nur schwer generalistische Angebote finden..
Einig waren sich die Diskutierenden auch, dass die stetig wachsende Bürokratie immer größere Barrieren mit sich bringt. Grundsätzlich fließen zu viele Mittel in Verwaltungskosten. Es kommt vor, dass 80 bis 95 Seiten Antragswesen in verschiedene Behörden – teils mehrfach Anträge von den Menschen eingereicht werden müssen, was selbst Erfahrene in der Antragstellung vor Barrieren stellt. Bürokratisierung (auch Zeitvorgaben) hindern oftmals direkte Zugänge in die Systeme. Es sind aus Sicht der Diskutierenden in der Leistungsbearbeitung zu viele unterschiedliche Behörden involviert.
Ein weiteres Thema, dass die Schnittmengen aufzeigten, war die Kindertagsbetreuung und Bildung. Gerade auch Familien mit Armutserfahrung, Erfahrungen mit Wohnungslosigkeit oder fehlender Gesundheitsversorgung benötigen Betreuungsangebote. Hier sollte seitens der staatlichen Organe die notwendige Personalisierung und Investition entsprechend der Bedarfe erfolgen. Dem Fachkräftemangel könnten die dualen Ausbildungen (die auch weiteren Personengruppen den Zugang ermöglicht) entgegenwirken.
Beachtet werden muss auch, dass in der aktuellen gesellschaftlichen Situation, Teile der Mittelschicht unter Druck geraten.
Auch die Teilhabe (im Verständnis der Hilfe zur Selbsthilfe) als eigenständiges Handlungsfeld fand Übereinstimmung. Die dahinterstehende Idee ist die Selbstvertretung, sowie Selbstorganisation. Diese Formen sind jedoch nicht in der Sozialgesetzgebung für die Zielgruppe der Menschen mit Armutserfahrung, Erfahrungen mit Wohnungslosigkeit oder fehlender Gesundheitsversorgung verankert, so dass Unterstützungsmaßnahmen nicht vorgesehen sind. Die SAK ist aktuell dabei aus Boardmitteln und Spendenaufrufen mit dem Projekt „SAK nah dran“ ein Modell zu entwickeln, um Teilhabe außerhalb der Fürsorge zu ermöglichen.
Eine weitere Übereinstimmung betraf den fehlenden Sozialen Wohnungsbau. Der Weg diesen zu erreichen wurde unterschiedlich gesehen. Seitens der FDP werden private Investoren favorisiert. Aber auch hier, wie in allen Bereichen, bildet die Bürokratie wie so oft in Teilen die Hemmschwelle bzw. verhindert mögliche Zugänge.
Grundsätzlich, so die Übereinstimmung, sind menschenwürdige Voraussetzungen für alle Menschen zu schaffen.
Michael Leinenbach bedankte sich für das konstruktive Gespräch. Man kam sich überein den Gesprächsfaden nun weiter zu tragen. Verena Blacha bat darum über das Projekt „SAK nah dran“ und deren Verlauf weiter informiert zu werden.
Autor und Fotos: Michael Leinenbach