Die Vertretungen der SAK, Gaby Böhme, Christine Steimer, Christoph Jacob und Michael Leinenbach trafen Britta Blau, Sozialpolitische Sprecherin und Tarik Saidani, Mitarbeiter der SPD der SPD Stadtratsfraktion Saarbrücken Anfang März 2026 zum Austausch.

Zunächst stellte die SAK ihre Aufgaben und Haltung im Rahmen der Teilhabe der Menschen mit Armutserfahrung, Wohnungslosigkeit, Energiearmut und / oder fehlender Gesundheitsversorgung vor. Aktuell bietet die SAK mit ihrem Projekt „SAK nah dran“ ein Modellprojekt an, in dem außerhalb der Fürsorgestrukturen Teilhabe ermöglicht werden soll, die in Selbstvertretung und Selbstorganisation münden soll. Das zweite große Handlungsfeld beinhaltet die SAK als Lobbyorganisation, in der sie armen Menschen in Politik, Gremien, Netzwerken usw. eine Stimme gibt. Die SAK verinnerlicht in ihrer DNA die Bündelung der Interessen der Menschen mit Armutserfahrung, Wohnungslosigkeit, Energiearmut und / oder fehlender Gesundheitsversorgung im Spannungsfeld von Anwaltschaft, Mitbestimmung und Selbstvertretung. Aufgrund der aktuell politischen und gesellschaftlichen strukturellen Schwächen wie z.B. der Ressourcenknappheit und des wirtschaftlichen Drucks, müssen beide Handlungsfelder in der SAK weiter gemeinsam agieren, um Diskriminierungen und der von der Politik vorgesehenen Mittelverknappung im Rahmen der Leistungen zum Lebensunterhalt, entgegenzuwirken.
Wie entwickelt sich die Gesellschaft weiter, wenn die neue Grundsicherung kommt und was bedeutet das für die Menschen mit Armutserfahrung, Wohnungslosigkeit, Energiearmut und / oder fehlender Gesundheitsversorgung. Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch das Gespräch. Schon jetzt sind die betroffenen Menschen sowie auch die Beratenden mit einer Flut von Formularen und Bürokratie konfrontiert.
In diesem Kontext müssen die Gemeinwesenarbeit (GWA) die Beratungsstellen sowie weitere Dienste oftmals im Rahmen der Sozialberatung enorme Aufgaben des Staates übernehmen, der einerseits ständig neue Bürokratie aufbaut und andererseits sich aus der direkten Betreuung der Menschen zurückzieht. Den Beschäftigten der GWA, Beratungsstellen sowie weiteren Diensten gehört großer Dank für die Leistungen die sie erbringen.
Ein weiteres Thema betraf den Wohnraum. In den letzten Jahren wurde der soziale Wohnungsbau bundesweit vernachlässigt. Bereits jetzt müssen betroffene Menschen oftmals Teile ihrer Leistungen zum Lebensunterhalt in die Finanzierung des Wohnraums investieren. Es wird dringend sozialer Wohnungsbau benötigt. Bezahlbarer Wohnraum ist gleichsam wünschenswert, jedoch müssen zunächst die Defizite im Sozialen Wohnungsbau aufgearbeitet werden. Konkret sind aktuell bundesweit Schrottimmobilien zu verzeichnen, so auch im Saarland. Diese müssen, wenn sie weiter bewohnt werden sollen, zeitnah renoviert und für die aktuell dort lebenden Menschen sozialer Wohnungsbau geschaffen werden.
Die Diskutanten kamen sich am Ende des Gespräches überein sich weiterhin regelmäßig auszutauschen um das Thema Armut intensiv zu bearbeiten. Der Vorsitzende der SAK Michael Leinenbach bedankte sich für das sehr gute Gespräch und den herzlichen Empfang bei der sozialpolitischen Sprecherin Britta Blau.
Autor: Michael Leinenbach
Fotos: Veranstalter