SAK im Austausch mit der FDP-Saar

Zu einem politischen Gespräch traf sich die Saarländische Armutskonferenz (SAK) e.V. Mitte März 2026 mit Dr. Hanno Thewes, Generalsekretär der FDP-Saar, in den Räumlichkeiten des Johannes-Foyers in Saarbrücken. Der Vorsitzende der SAK, Michael Leinenbach, dankte Dr. Thewes für die Bereitschaft zum Austausch. Seitens der SAK nahmen zudem der stellvertretende Vorsitzende Christoph Jacob, Finanzvorständin Gaby Böhme sowie Vorständin Christine Steimer teil.

Zu Beginn stellte Michael Leinenbach die beiden Flügel und wesentlichen Aufgaben der SAK vor: Zum einen die Lobbyarbeit und Vertretung, zum anderen die Förderung von Selbstorganisation und Selbstvertretung, um betroffenen Menschen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Im Gespräch wurde festgestellt, dass politische Debatten – wie aktuell rund um die neue Grundsicherung – häufig durch die Fokussierung auf Randgruppen verzerrt werden. So werde etwa die Problematik von lediglich 0,4 Prozent Totalverweigerern einer gesamten Gruppe zugeschrieben und daraufhin ein komplettes System verschärft. Von der Politik durch politisches Handeln erzeugte Probleme werden an die Gesellschaft als vermeintliche Verursacher abgegeben und Politik stellt sich als Helfender dar.

Ein weiteres Beispiel für solche Debatten sei die Diskussion um das Stadtbild. Statt strukturelle Ursachen politisch anzugehen, würden Symptome beschrieben, obwohl die Verantwortung klar in der Politik liege.

Aktuell verstärken prekäre Beschäftigung und Arbeitsplatzverluste die Angst vor Armut. Auch kleinere Selbständige und Unternehmen könnten aufgrund struktureller Probleme in Armut geraten.

Gleichzeitig würden – wie in der Debatte um die Grundsicherung sichtbar – politische Prozesse Verteilungskämpfe anstoßen.

Ein aktuelles Beispiel sei die Forderung, Arbeitsplätze in einem bestimmten Radius anzunehmen, obwohl die Energiekosten stetig steigen. Dieser Ansatz führe die Realität vieler Menschen ad absurdum.

Die Folgen dieser Entwicklungen seien deutlich spürbar: Demokratische Strukturen geraten unter Druck. In der SAK, welche die Lobbyarbeit für diese Zielgruppe übernommen hat, tauchen diesen Probleme entsprechend auf.

Die Gesprächspartner waren sich einig, dass der Staat neben Fürsorge auch Selbstorganisation und Teilhabe fördern müsse. Alle Betroffenen Zielgruppen brauchen eine politische Lobby, die organisiert werden müsse. Die Aufgabe der Lobby, die Problemlagen erkennbar zu machen, bilde eine wichtige Rolle in der Demokratie in ihren Strukturen.

Aufgabe der FDP sei es laut Dr. Hanno Thewes, sich für unternehmerische Freiheit und Wachstum einzusetzen. Nur dadurch könnten die notwenigen Steuereinnahmen für eine funktionierende soziale Marktwirtschaft generiert werden, so der Generalsekretär der FDP-Saar weiter.

Zum Abschluss dankte Michael Leinenbach Dr. Hanno Thewes für das offene Gespräch. Man kam sich überein den Gesprächsfaden weiterzuführen.


Autor: Michael Leinenbach / Red
Fotos: Veranstalter

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