Gemeinsam gegen Wohnungsnot: SAK schließt sich bundesweitem Aktionstag an

Die Saarländische Armutskonferenz e. V. beteiligt sich in diesem Jahr erstmals am bundesweiten „Tag der wohnungslosen Menschen“, der jährlich am 11. September stattfindet. Unter dem bundesweiten Motto „Hinschauen. Aktiv werden. – Gemeinsam gegen Wohnungsnot“ setzt der Aktionstag 2026 ein deutliches Zeichen für mehr Aufmerksamkeit, gesellschaftliche Verantwortung und die Beteiligung wohnungsloser sowie ehemals wohnungsloser Menschen. Organisiert wird dieser bundesweite Aktionstag von Sozialverbänden und der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W).

Grafik: Sven Mohr

Wohnungsnot betrifft über eine Million Menschen in Deutschland – auch im Saarland ist sie spürbar. Über 2650 Personen waren hier zum Stichtag 31. Januar 2026 als wohnungslos untergebracht (Quelle: Statistisches Bundesamt II https://genesis.destatis.de/datenbank/online/statistic/22971/table/22971-0050) . Die Dunkelziffer verdeckter Wohnungslosigkeit liegt deutlich höher. Die SAK macht darauf aufmerksam, dass Wohnungslosigkeit kein individuelles Versagen ist, sondern Ausdruck struktureller Probleme wie fehlendem bezahlbarem Wohnraum, mangelnder Prävention und Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt.

Am 11. September werden im Saarland Wohlfahrtsverbände und Initiativen mit Informations- und Beratungsständen, Solidaritätsangeboten sowie Beteiligungsformaten für Betroffene präsent sein. Ziel ist es, Unterstützungsangebote sichtbar zu machen, politische Verantwortung einzufordern und die Erfahrungsexpertise wohnungsloser Menschen stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

Für die SAK steht fest: „Wohnen ist ein Menschenrecht.“ Darum schließt sie sich ab diesem Jahr dem bundesweiten Aktionstag an und fordert unter anderem mehr bezahlbaren Wohnraum, die Einführung einer Mietpreisbremse bzw. eines Mietpreisdeckels oder auch die Einführung einer Leerstandssteuer zur Bekämpfung des Wohnungsmangels.

Wohnungsnot ist in Deutschland längst eine der drängendsten sozialen Krisen unserer Zeit und dennoch wird häufig weggeschaut. Wohnungslosigkeit findet mitten in unseren Städten statt, doch viele Menschen bleiben unsichtbar oder werden bewusst übersehen.

Die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen für 2026 bundesweit rund 452.900 untergebrachte wohnungslose Menschen. Damit liegt die Zahl etwa 5 % unter dem Höchststand von 2025 (474.700 Personen), bleibt jedoch laut Fachverbänden „erschreckend hoch“. Seit 2023 stieg die Zahl zunächst deutlich an (+27,6 % bis 2025), bevor sie 2026 leicht zurückging. Besonders konstant ist der hohe Anteil junger Betroffener: 41 % der Wohnungslosen sind unter 25 Jahren.

Im Saarland ergibt sich ein eigenständiges Bild: Die Zahl der untergebrachten Wohnungslosen lag 2023 bei 2.805, 2024 bei 2.585, erreichte 2025 einen Höchststand von 2.750 und sank 2026 wieder leicht auf 2.650 (Quelle: Wohnungsnot im Saarland Weiterentwicklung der Wohnungs- und Obdachlosenhilfe. Erarbeitet durch den “Runden Tisch Wohnungsnot”).

Wie bundesweit werden auch hier obdachlose Menschen auf der Straße sowie verdeckt Wohnungslose nicht erfasst.

 

Hintergrund zur Auswahl des Mottos:
Hinschauen bedeutet: Anerkennen, dass Wohnungslosigkeit kein Randphänomen ist, sondern eine gesellschaftliche Realität, die uns alle etwas angeht. Aktiv werden bedeutet: Verantwortung übernehmen – in der Zivilgesellschaft, in der Politik, in sozialen Angeboten und Initiativen. Und es bedeutet auch: die Erfahrungsexpertise wohnungsloser und ehemals wohnungsloser Menschen ernst nehmen und sichtbar machen. Denn wer Wohnungsnot selbst erlebt hat, bringt unverzichtbares Wissen mit, das für eine passgenaue Unterstützung in der Wohnungsnotfallhilfe unverzichtbar ist. (Quelle: https://www.bagw.de/de/engagieren).

 

Autor: Sven Mohr

Symbolleiste für Barrierefreiheit

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner