Offener Brief der Arbeitsgruppe „Soziale Sicherung“ der Saarländischen Armutskonferenz e.V. und dem Aktionskreis Kindergeld und Sozialhilfe (AKKS) im Rahmen des Weltarmutstages 2026

Digitalisierung darf NIEMANDEN ausschließen: Für eine Verwaltung, die den MENSCHEN sieht!

Es ist Dienstagmorgen. Heute ist der 6. Oktober. Herr M., 59 Jahre alt, sitzt zitternd vor uns in der Beratungsstelle. Er hat ein altes Smartphone. Das Display ist gesplittert. Er hat seit Wochen kein Guthaben auf dem Handy. Bereits Ende Juni hat er versucht seinen Weiterbewilligungsantrag beim Jobcenter einzureichen. Das letzte Mal Geld hat er vom Jobcenter für den Monat August erhalten. Bisher erhielt er immer den entsprechenden Antrag per Post zugeschickt. Bei seiner letzten persönlichen Vorsprache im Jobcenter empfahl man ihm die App für den digitalen Zugang zu installieren. Doch die App verlangt ein Passwort, eine Zwei-Faktor-Authentifizierung oder das Hochladen von Dokumenten. Mit einer App kommt Herr M. nicht zurecht. Eine „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ ist für ihn ein Fremdwort. Früher konnte er Unterlagen per E-Mail zusenden. Dies geht mittlerweile nicht mehr, da sämtliche E-Mail-Adressen abgeschaltet wurden.

Autoren:
Christine Steimer & Martin Riotte für die Arbeitsgruppe „Soziale Sicherung“ der „Saarländischen Armutskonferenz“ (SAK) sowie der Aktionskreis Kindergeld und Sozialhilfe (AKKS)


Kontakt der AG:
Web: https://sak-ev.de/ 
Saarländische Armutskonferenz e.V.– Johannes-Foyer
Ursulinenstraße 67
66111 Saarbrücken
E-Mail: info(@)sak-ev.de
E-Mail AG: sozialesicherung(@)sak-ev.de 

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